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Mensch – Natur – Industrie
- dieses Spannungsfeld ist Gegenstand meines künstlerischen Schaffens.

Dabei geht es um natürliche Prozesse und menschliches Wirken.
Die Bilder vergegenwärtigen Wandlungsprozesse von Natur und Industrie und thematisieren damit ein elementares Prinzip des Lebens
- das Prinzip der Veränderung.

Wie auch den Gesetzmäßigkeiten der Natur zufolge eine Schicht der anderen folgt, so gilt Gleiches für meine Bilder, die in vielen Schichten aufgebaut werden.
Im Wechselspiel des Farb-Form-Geschehens, von Licht und Dunkelheit bauen sich energetische Prozesse auf, die durch eincollagierte Materialien, Pigmente, Sand oder Kartonfragmente körperhaft eindringlich spürbar werden.

Ausgangspunkt der Arbeiten ist eine Spurensuche und Bestandsaufnahme an verschiedenen Stätten der Industriekultur. Dabei entstehen vor Ort Fotografien von bestimmten Details, Strukturen und Relikten, die dann wiederum den Ausgangspunkt für künstlerische Gestaltung bilden. Hierbei kommen eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien zum Einsatz.

Schon die Bildtafel wird als dynamische, in sich veränderliche Ordnung aufgefasst. Es werden Leinwände verschiedener Formen und Größe zusammengesetzt, so dass die Komposition einen objekthaften Charakter gewinnt. So umfassen etwa zwei spiegelbildlich gegeneinander gerichtete Teile ein plastisch etwas hervortretendes Mittelstück, das auch in Faktur und Farbgebung von den rahmenden Elementen abgehoben ist. Rost und Grünspan werden unmittelbar in ihrer farblichen Wirkung eingesetzt, um auf dem Bildgrund selbst einen Prozess der Kupfer- und Eisenoxidierung in Gang zu bringen. Die Gestaltung vollzieht sich im Spannungsfeld gesteuerter und nicht steuerbarer, durch Gesetze der Chemie vorangetriebener Prozesse. Des Weiteren kommen auch Materialien wie Bitumen und Schellack zum Einsatz. Damit werden in den Bildern Dokumente des zeitlichen Zerfalls konserviert. Dabei spiegeln die Rostarbeiten keine Wirklichkeit vor, sondern sind selbst Realität geworden.

Was zunächst als Dialog unterschiedlicher Materialien anvisiert worden ist, findet in natürlichen und industriellen Prozessen eine Entsprechung, stellt dabei aber immer die autonome Wirklichkeit des Bildes heraus.

Auf einer erweiterten Ebene der Betrachtung lassen sich die Bilder metaphorisch in andere Lebenswirklichkeiten übertragen. So denken wir etwa im übergeordneten Verständnis an Momente der Veränderung und des Eintritts in neue Lebensphasen, an Geburt, Tod und Wiedergeburt. Verrottung und Zerfall schaffen überhaupt erst die Möglichkeit zu neuen Gestaltungen und Wertschöpfungen. Durch das Mit- und Ineinander von Wachstum und Zerfall geraten die Bilder zu Gleichnissen für existenzielle Gefährdung, sie schärfen die Empfindung für Stille und Zeit und führen letztendlich zur Konzentration des Betrachters auf sich selbst.

     
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